Inflationsindexierte Anleihen und Gold: Warum weg vom Edelmetall?

Wenn die Zeiten schwierig und die Märkte volatil und unberechenbar sind, übt Gold auf viele Investoren eine enorme Anziehungskraft aus. Das Edelmetall gilt als sicherer Hafen, wenn andere Anlagen zu unsicher scheinen, zumal es negativ mit Aktien korreliert ist.

Manche kaufen aber auch Gold, um sich vor einer Geldentwertung zu schützen. Wir halten dies nicht für optimal und glauben, dass inflationsindexierte Anleihen, sogenannte Linker, nicht nur der bessere Inflationsschutz, sondern generell die attraktivere Anlage sein könnten. Das sind unsere Gründe:

Anleihen sind defensiv

Vielleicht das stärkste Argument für Gold ist, dass es ein sicherer Hafen ist. Seit Jahrzehnten gilt Gold als das Asset der Wahl für schwierige Zeiten. Aber Gold zahlt keine Zinsen und erzielt auch keinen Gewinn.

Inflationsindexierte Anleihen zahlen hingegen Zinsen, und ihr Wert steigt, wenn die Inflation zunimmt. Hinzu kommt, dass Linker Staatsanleihen sind. Auch an den schwierigsten Tagen im März waren sie deshalb noch ausreichend liquide.

Das zeigt, wie wertvoll inflationsindexierte Anleihen in Krisenzeiten sein können. Hinzu kommt, dass die meisten Notenbanken im Rahmen ihres Quantitative Easing auch Linker kaufen und die Kaufprogramme gerade erst ausgeweitet wurden. Das macht sie zu einem gesuchten Finanzinstrument, das genauso behandelt wird wie Nominalzinsanleihen.

Goldpreise sind volatil

Wenn Sie den Couponrenditen misstrauen und noch immer bezweifeln, dass inflationsindexierte Anleihen der bessere sichere Hafen sind, könnte interessant sein, was die Preise der beiden Assetklassen bestimmt.

Die Kurse von Linkern reagieren auf die Inflationserwartungen – und auf eine künstliche Nachfrage nach Anleihen, beispielsweise aufgrund der Anleihekaufprogramme der Notenbanken.

Der Goldpreis hängt hingegen ausschließlich davon ab, was der nächste Investor für das Metall zu zahlen bereit ist. Der industrielle Nutzen von Gold hält sich in Grenzen und würde kaum eine Anlage rechtfertigen. Neben der Marktstimmung scheint vor allem die Hochzeitssaison in Indien Auswirkungen auf den Goldpreis zu haben. Wer in Gold investiert, folgt eher seinem Gefühl, statt fundiert auf die Zukunft zu setzen. Gold ist nämlich nicht nur volatil, sondern auch unberechenbar.

Klarer Zusammenhang mit der Inflation

Um sich vor Inflation zu schützen, nehmen viele private Banken Gold noch immer in ihre strategische Asset-Allokation auf. In einem diversifizierten Portfolio ist dies auch sinnvoll. Und die stets stabile Korrelation zwischen den Realrenditen inflationsindexierter Anleihen und dem Goldpreis, könnte überzeugen, dass sich Gold weiter gut entwickelt, wenn die Inflation steigt.

Es gibt aber keinen expliziten Zusammenhang zwischen Goldpreis und Inflation. Der Goldpreis könnte sich durchaus anders entwickeln als die Verbraucherpreise, und wenn die Inflation anders als erwartet nicht steigt, drohen zusätzliche Verluste. Bei Linkern ist die Korrelation mit der Inflation hingegen festgeschrieben, da die Zahlungen von einem bestimmten Inflationsmaß abhängen. Es handelt sich um Staatsanleihen mit zusätzlicher Inflationsabsicherung.

Wenn Sie also das nächste Mal darüber nachdenken, Ihr Portfolio gegen Preissteigerungen abzusichern, würden wir raten, inflationsindexierte Anleihen als zusätzliche Sicherheit für Kupon- und Kapitalerträge in Betracht zu ziehen, da sie unserer Meinung nach eine wirksamere Inflationsabsicherung bieten als Gold. Das gilt erst recht für Titel mit zusätzlicher Deflationsabsicherung durch Mindestcoupons und einen Mindestrückzahlungsbetrag.

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